Im Schützengraben der Gesinnung

„Eine neue Gattung taucht auf der politischen Bühne auf. Der soziale Gerechtigkeitskämpfer ist auf dem Kriegspfad.

Das Wording ist martialisch. Kriegsrhetorik pur. Kampfgeheul für die gute Sache. Dabei scheut der Kämpfer weder vor Recht noch Rechtsstaatlichkeit zurück, denn er lebt seine eigene Form. Zu retten gibt es immer etwas: Klima, Umwelt, Flüchtlinge. Jedes Anliegen ist von höchster Brisanz. Moralisch hochwertig, sodass es den Einsatz stärkster Mittel rechtfertigt. „Denn retten kann so schön sein“, las ich es erst unlängst, völlig ironiefern. Bei den Blues Brothers hieß es noch: „Unterwegs im Namen des Herrn.“ Aber höhere Aufträge hatten immer schon etwas Fanatisches. […]“

Sehr lesenswerter Gastkommentar von Karl Weidinger in der Presse vom 22.09.2015