Steve Bannon | Full Address and Q&A | Oxford Union

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=8AtOw-xyMo8

Advertisements

Ein paar Gedanken zur Verstaatlichung von Social Media Plattformen

Ein (längerer) Kommentar zum Beitrag „Facebook verstaatlichen“ auf Ortner Online:

http://www.ortneronline.at/facebook-verstaatlichen/

Wenn die enorme Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht das Problem ist, wird dieser Umstand durch eine Verstaatlichung nicht nur nicht gelöst, sondern sogar massiv verschlimmert.

Die Tech-Monopolisten sind Meister der Verschleierung:

  1. Es gibt nicht wirklich eine (brauchbare) Adresse an die man Beschwerden richten kann,
  2. sie wechseln ihr Auftreten zwischen platform und publisher wie ein Chamäleon die Farben wechselt,
  3. sie gehen mit Daten um als würden ihnen nicht nur die Accounts sondern auch die Menschen dahinter gehören,
  4. der wahre Verkaufspreis ihrer Services bleibt für die Nutzer im Dunkeln…
  5. …womit sie sich im Gegensatz zu den finanziell und bürokratisch geschundenen Klein- und Mittelbetrieben Europas der völlig überbordenden Besteuerung und Regulierung entziehen.

Eine Verstaatlichung wäre der völlig falsche Weg. Im Gegensatz zu den lupenreinen Libertären – jedes positive Prinzip kann man durch seine völlige Überdehnung ins Gegenteil verkehren – bin ich aber für eine Zerschlagung der Tech-Monopolisten, da der Missbrauch ihrer Marktmacht mehr als offenkundig ist.

Man sollte sich vor Augen halten, dass der sehr dynamische und innovative Telekommunikationsmarkt aus der Zerschlagung ehemaliger (in Europa: staatlicher) Monopole hervorgegangen ist. Die Regulierung mächtiger Telekommunikationsanbieter könnte in einigen Bereichen eine Vorlage für den Umgang mit Tech-Monopolisten sein.

If there is no price, then you are price.

Das Geschäftsmodell der Tech-Monopolisten würde ich aus mehreren Gründen als nicht gerade seriös bezeichnen:

  1. Es handelt sich vielfach um Unternehmen, die ihre enorme Marktmacht einem staatlichen Eingriff in Form von Startup-Förderungen (Geld gegen Zugang zu Daten) zu verdanken haben.
  2. Sie bieten ihre Services vermeintlich „kostenlos“ an, bis sie eine de facto Monopolstellung erreicht haben und so zum einzigen Gatekeeper geworden sind. Aus dieser Stellung heraus sind sie dann in der Lage selbst Politik zu betreiben und wie man sieht, sinkt auch die Hemmschwelle bei der Kooperation mit totalitären Regimen immer weiter.
  3. Die Tech-Monopolisten sind selbst die größten Raubkopierer. Viele ihrer „Erfindungen“ haben sie entweder direkt kleineren Unternehmen geklaut, denen keine Armee von Anwälten zur Verfügung steht, oder sie beruhen auf das indirekte Auspionieren von Unternehmen, die ihre Services nutzen.

Kapital ist jede materielle oder immaterielle Basis, die seinem Eigentümer heute oder künftig Nutzen stiften kann. Der Kapitalwert ist der aggregierte und abgezinste Nutzenzufluss.

Den meisten Anwendern ist nicht bewusst, dass die Nutzung jener Services, die von den Tech-Monopolisten angeboten werden ein Tauschhandel (nicht in Geldeinheiten bewerteter Service gegen nicht in Geldeinheiten bewertete persönliche Daten als Kapital) ist.

Ironischerweise geht man im „Darknet“ ehrlicher diesem Sachverhalt um, indem sich Schwarzmarktpreise für private Nutzerdaten herausbilden, die dort gehandelt werden.

Während Tech-Monopolisten das Wesen ihrer Geschäftstätigkeit aus verständlichen Gründen verschleiern, versuchen Linke das Wesen persönlicher Daten als Kapital aus ideologischen Gründen weg- oder umzudefinieren.

Die aktuelle Malaise ist somit 1) der Trägheit und Ignoranz der Nutzer, 2) der Verschleierung vom Geschäftsmodell durch die Tech-Monopolisten und 3) der Weg- bzw. Umdefinition von Begriffen durch die Linken zu verdanken.

Sich selbst so an eine zentrale Macht im Tausch gegen ein paar häufig nutzlose „Gratis“-Services zu verkaufen, kommt dem Verkauf der eigenen Seele an den Teufel gleich.

Eine Frage, die sich jeder selbst beantworten kann

Angenommen ein paar Leute würden Ihnen einen Vertrag vorlegen, von dem sie behaupten, dass er trotz zahlreicher im Dokument aufgezählter Verpflichtungen, rechtlich nicht bindend wäre.

Wurden Sie diesen „rechtlich nicht bindenden“ Vertrag unterschreiben?

Sie kündigen nun an, dass ihnen eine Reihe von Klauseln dieses „rechtlich nicht bindenden“ Vertrages nicht ganz geheuer sind, weshalb sie diesen Vertrag nicht unterschreieben wollen.

Die Leute werden nun ungehalten und meinen, dass die Nichtunterzeichnung ihren Ruf schaden könnte. Dies Sache sei sehr dringend und es soll verhindert werden, dass auch andere auf die Idee kommen könnten, sich die Sache nochmals zu überlegen.

Ein etwas dem Alkohol Zugeneigter aus dieser Gruppe grölt dazwischen, dass man Sie im Falle der Nichtunterzeichnung überstimmen werde. Das sei zwar nicht schön, aber effizienter als die derzeitige Situation.

Glauben Sie, liebe Damen und Herren, dass ein vermeintlich rechtlich nicht bindender Vertrag, den man mit solchen Methoden durchzudrücken probiert, seriöser Natur ist?

Wer noch nicht der mittlerweile allgegenwärtigen Propaganda erlegen ist, würde so einen „Vertrag“ nicht nur wegen dem Inhalt, sondern bereits wegen der Methoden mit den ihn manche zustandekommen lassen wollen, nicht unerschreiben.